“Oberes Aigen”

↑ [ Vom Dorf zur Stadt ]

Hier waren die kleinen Weinhauer angesiedelt, hier hätte sich ein ansehnliches Dorf entwickeln können – mit eigenem Ortsrichter, mit einer Kirche, einem ständigen Pfarrer oder Kaplan, kurz: mit den Voraussetzungen für ein dörfliches Eigenleben –, wenn nicht die Ansiedlung der Vierziger dem Oberen Aigen die Führung in der Ortsentwicklung abgenommen hätte. Und so blieb dieser Ortsteil „Lois“ stets im Schatten der wohlhabenden und selbstbewussten Ackerbaubürger, Weinbaubürger und Gewerbetreibenden im Niederen Aigen.

Auch heute noch erstreckt sich dieser Ortsteil im Wesentlichen vom Anger aufwärts der Zwettler Straße entlang nach Westen. Ab der Gabelung Gföhler Straße – Zwettler Straße in Richtung Westen ist im Grunde nur die linke Loisbachseite Siedlungsgebiet, auf der rechten Loisbachseite führen mehrere Kellergassen in die Weinberge.

Im Osten verbreitert sich dieser Ortsteil und streckt seine verbauten Straßenzüge nach Norden und Süden aus. Weinbaubetriebe und Hauerhäuser sowie Wohn- und Einfamilienhäuser prägen die Siedlungsstruktur der Oberen Stadt.

Das „Obere Aigen“, der „Obermarkt“ – das sind die alten Bezeichnungen für den westlichen Ortsteil von Langenlois. Seit der Stadterhebung 1925 hat sich an deren Stelle der Ausdruck „Obere Stadt“ eingebürgert, gleich geblieben ist aber, dass dieser Ortsteil bis in die Gegenwart eine eigene Benennung bewahrt hat.


Textauszüge aus der Publikation “Langenlois – einfach sehenswert!”
Johann Ennser und Erwin Hörmann, Langenloiser Zeitbilder, 2007