Chronik

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Nachfolgend ein Überblick über wichtige Ereignisse in der Stadtentwicklung:

 

Jahr Datum Ereignis
1072 / 1091   Ersterwähnung von (Langen-) LoisBischof Altmann (1072 – 1091) von Passau gründete 1083 auf dem Göttweiger Berg ein Stift, das von Chorherrn bezogen wurde.Er verlieh dem Stift zur materiellen Ausstattung Zehentrechte im Kremser Raum.Nach dem Tod Altmanns entstand zwischen dem Bistum Passau und dem Stift Göttweig ein Streit um den Weinzehent. Um Ansprüche auf den Zehent geltend machen zu können, fertigten die Mönche Aufzeichnungen über Güterschenkungen und auch einen Stiftungsbrief Altmanns an und datierten ihn mit 1082.In Göttweiger Traditionskodices, die in den Jahren von 1120 – 1135 angelegt wurden, die sich aber auf die Lebenszeit Bischof Altmanns beziehen, beanspruchte das Stift Göttweig u. a. den Weinzehent von Krems und Langenlois. Die Aufzeichnungen, eine Art Liste, enthalten folgende einzeilige Eintragung:Urkunde_Liubisa_AusschnittDie normalisierte Version dieser lateinisch geschriebenen Eintragung lautet:
“Decimationem vinearum ad liubisa et ad Chremisa”Im Zusammnenhang gelesen lautet diese Aufzeichnung:[Bischof Altmann stiftete dem Kloster auf dem Göttweiger Berg]
„einen Weinzehent bei Liubisa und bei Krems“In der Bezeichnung Liubisa haben wir hier die Ersterwähnung von (Langen-) Lois vorliegen. Da diese Eintragung nicht genau datiert werden kann, wird sie in die Zeit, in der Bischof Altmann in Göttweig wirkte, eingeordnet.

Mit der Erwähnung der Ansiedlung namens “Liubisa” ist auch der Weinbau belegt.

Herkunft und Bedeutung des Namens:

Die Herkunft des Namens “Liubisa” lässt sich nicht eindeutig zuordnen; möglicherweise liegt die indogermanische Wortwurzel „leubh“ = lieb, lieblich, zugrunde; es könnte ein germanischer oder slawischer, eventuell sogar keltischer Ausdruck in dieser Bedeutung zugrunde liegen.

 
1141 Der Babenberger Markgraf Leopold IV. (1136 – 1141), der ab 1139 auch Herzog von Bayern war, schenkte dem Stift Reichersberg am Inn zwei Lehen in dem Dorf “Livbes” sowie die Nutzung des Waldes zwischen den Flüssen Krems und Kamp (= Gföhler Wald).In der Folgezeit auftauchende Ortsbezeichnungen sind:1156 Lvibes , 1208 Liubis, 1214 Lubes, 1225 Levbes, 1245 Levbs, 1312 Leubs, 1327 Lewbs, 1380 und 1403 Obern-Lewbs, Leubs in dem Nidern Aigen. Schließlich ging daraus die Ortsbezeichnung „Lois“ hervor, die sich in der gesprochenen Form bis heute erhalten hat.Die VierzigerVermutlich im 12. Jahrhundert wurden östlich der bisherigen Ansiedlung an beiden Ufern des Loisbaches vierzig Lehner angesiedelt. Diese Siedler, deren Herkunft im Dunkeln liegt, waren dem Landesfürsten verpflichtet und hatten Abgaben (Mostdienst) an den Landesherrn zu leisten. Aus dieser Ansiedlung entwickelte sich das “Untere Eigen” oder auch “Niedere Eigen”.In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, also zwischen 1200 und 1250 wurde die Pfarre Langenlois als Vikariat von Krems errichtet. Formal blieb die Abhängigkeit von Krems bis in die Neuzeit bestehen.
um 1250/60 Um die Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgte der Bau der Laurentius-Kirche im romanischen Stil (Langhaus, Ostturm). Das deutet darauf hin, dass sich das “Niedere Aigen” zu dieser Zeit bereits zu einer ansehnlichen Siedlung entwickelt hatte.
1277 In einer Urkunde aus dem Jahr 1277 wird ein gewisser Swikerus, “plebanus de Livbs”, als Zeuge angeführt. Er gilt als erster namentlich bekannter Pfarrer von Langenlois.
1300 In einer Urkunde, die von 18 Bischöfen im Lateran, dem damaligen Sitz des Papstes, ausgestellt worden ist, wird die Laurentiuskirche als die “größere Kirche” von Langenlois bezeichnet. Den Gläubigen wird beim Besuch der Kirche an einem bestimmten Tag ein Ablass gewährt. Der Passauer Bischof Werinhard bestätigte im selben Jahr die Inhalte der Lateran-Urkunde.
1305 Eine Zwettler Urkunde belegt einen Kaplan Hainricus zu St. Nikolaus in Levbs.
1310 Dem “Niederen Eigen” wurde das Marktrecht verliehen; der Marktrichter wurde vom Landesfürsten bestimmt.
1319 In einer Stiftungsurkunde des Symon Sytzendorfer wird die Laurentiuskirche als Pfarrkirche bezeichnet.
1327 Älteste urkundliche Erwähnung der Vierziger.
König Friedrich I. (1306 – 1330) verpflichtete sich, die Vierzigerschaft, dem Landesfürsten dienstbare Lehner, die sich mit eigenem Gut gelöst hatten, stets zu schützen und nie zu versetzen oder zu verkaufen. Im selben Jahr wurde in einer weiteren Urkunde den mittlerweile 57 Vierzigern die Nutzung des Waldes hinter Schiltern auf ewige Zeiten gegen die Leistung von 180 Eimern Dienstmost an das Schlüsselamt Krems bestätigt.
1346 Erwähnung eines Spitals im Zusammenhang mit einer Stiftung des Bürgers Heinrich Näserl.  
1349 Erstmals Erwähnung eines Schulmeisters; im Jahr 1367 ist ein weiteres Mal von einem Schulmeister die Rede.
1361 Herzogin Katharina verlieh (erneuerte?) den Bürgern von Langenlois – “vnsern getrewn purgern ze Levbs” – das Recht der freien Richterwahl; der gewählte Richter bedurfte lediglich der landesfüstlichen Bestätigung. Auch alle früheren Privilegien, die den Langenloisern gewährt worden waren, wurden bestätigt.
1408 Niklas Gveller, ein wohlhabender Bürger, und seine Frau Anna stifteten für die Pfarrkirche eine Kapelle zu Ehren des hl. Johannes des Täufers und der hl. Katharina und bestellten dafür einen eigenen Priester, der die Verpflichtung hatte, wöchentlich fünf Messen für die Stifter zu lesen.  
1411 Herzog Albrecht V. bewilligte der “Gemeine des Markts zu Leubs” das Recht, zu Leonhardi (6. November) einen Jahrmarkt abzuhalten.
1413 Erstmals ist die Bezeichnung “Langenleyss” belegt.
1420 Niklas Gveller und seine Frau Anna ließen durch eine Stiftung das Bürgerspital mit der Elisabethkapelle errichten bzw. großzügig ausbauen und ermöglichten die Bestellung eines Priesters (Benefiziaten) für das Bürgerspital.Bis in die Mitte des 15. Jahrunderts bestanden beide Ortsteile, das Obere Eigen und das Untere Eigen (auch das Niedere Eigen genannt), nebeneinander, allerdings bezog sich das Marktrecht nur auf das Untere Eigen, das Obere Eigen galt als “Dorf”. Mit dem ausgehenden Mittelalter ging die Eigenständigkeit des Oberen Eigens verloren.Im Unteren Markt bildeten sich zwei Zentren, der Holzplatz und der Kornplatz (auch “Traidtmarkt” oder “Korngries”). Holz und Getreide waren – neben dem Wein – wichtige Wirtschafts- und Handelsgüter.Ab dem 15. Jahrhundert gehörte der landesfürstliche Markt Langenlois zu den so genannten vier “mitleidenden” Märkten des Landes; das bedeutete die Verpflichtung zu direkten Steuer-leistungen an das Landhaus; außerdem war Langenlois, wie die größeren Städte, im Landtag vertreten.
1454 Der Prediger Johannes von Capistran, ein Franziskaner, kam auch nach Langenlois; auf sein Betreiben wurde hier ein Franziskanerkloster gegründet und war bereits 1456 vollendet. Das Kloster wurde später befestigt, dennoch wurde es durch Türkeneinfälle (1532) zerstört. 1676 brannte es ab, wurde mit Unterstützung durch Graf Werdenberg wieder aufgebaut. Unter Joseph II. wurde es aufgehoben.
1485 Ungarn unter Matthias Corvinus besetzten Niederösterreich, auch Langenlois wurde besetzt und verheert.  
1518 Kaiser Maximilian I. verlieh dem landesfürstlichen Markt ein Wappen und den Dorotheer-Markt (6. Februar).  
1518 Pfarrer Mauritius Steinberger stiftete eine Prozession, die jeden Samstag zum Karner im Friedhof abgehalten werden soll.
1532 Türkische Streifscharen verwüsteten den Markt, das Franzis–kanerkloster, das Bürgerspital und die Elisabethkirche, wurden niedergebrannt.  
1570 Pfarrer Lorenz Summersperger (1568 – 1571) weigerte sich 1570, die Fronleichnams­prozession abzuhalten und bekannte sich später offen zum Luthertum; 1571 musste er Langenlois verlassen.  
1540 – 1570 Die “Vierziger”waren im Laufe des Spätmittelalters zu wohlhabenden, selbstbewussten und einflussreichen Bürgern des Ortes geworden.Um die Mitte des 16. Jahrhunderts ließen wohlhabende Bürger, beeinflusst durch Italienaufenthalte von Bürgersöhnen, repräsentative Wohnhäuser und Höfe mit Arkaden im Renaissancestil errichten.
1570 Eine verheerende Feuersbrunst vernichtete 47 Häuser am Kornplatz sowie in der heutigen Waltherstraße und Bahnstraße.
1598 Der Pest fielen über 600 Menschen zum Opfer; weitere Pestjahre: 1607, 1634, 1680, 1713.
Beginn des 17. Jhdts Die Gegenreformation (Rekatholisierung) setzte ein, betrieben vor allem auch von den Franziskanern; 1628 war die Bevölkerung wieder katholisch. Pfarrmatriken sind ab 1612, allerdings nicht lückenlos, erhalten.
1613 Erbauung der Schießhütten; Schützenmeister Tobias Schmidl und Paul Hirsch (Memorialbuch 1601)  
1620 Dreißigjähriger Krieg: Kriegshandlungen bei Langenlois: Böhmisch-protestantische (Mansfeldische) Truppen unter Oberst Carpezan, unterstützt von nieder­österreichischen Ständen, nahmen bereits im Spätherbst 1619 in Langenlois Quartier. In diesem Zusammenhang dürfte auch der Wartturm im Oberen Markt zerstört bzw. nieder­gebrannt worden sein. Im April 1620 wurden sie von Kaiserlichen unter Oberst Bouquoy geschlagen, 1200 Mann, darunter viele Adelige, wurden getötet, Carpezan konnte fliehen.  
1623 – 1671 Knapp 50 Jahre bestand in Langenlois eine jüdische Gemeinde. 1623 erlaubten Marktrichter und Ratsherrn jüdischen Familien, sich in Langenlois niederzulassen. In der Judengasse gab es einen “Judentempel”, gemeint ist eine Synagoge (jüdisches Bethaus). Ein jüdischer Friedhof bestand am östlichen Ende des Dimmelgrabens. 1671 wurden die Juden durch kaiserlichen Befehl aus Wien und Österreich unter der Enns, so auch aus Langenlois, ausgewiesen.
1645 Durchzug von Schweden. Der schwedische General Torstenson fiel mit seiner Heeresmacht in Niederösterreich ein und drang bis Krems, das sich nach dreitägiger Beschießung ergeben musste, vor. Langenlois wurde von abziehenden Truppen Torstensons in Brand gesteckt.  
1666 In diesem Jahr starb Johann Ferdinand Graf von Werdenberg, Herr zu Grafenegg. Er war ein großer Wohltäter von Langenlois und des Franziskanerklosters.
1676

24. März

Feuersbrunst: Franziskanerkloster, Passauerhof, 34 Bürgerhäuser wurden zerstört.  
1679 Pestepidemie in weiten Teilen Niederösterreichs; in Langenlois fielen ihr 218 Personen zum Opfer.  
1680 Gründung der Schützengesellschaft.
1682 Der Markt wurde für 10 Jahre wegen der durch Kriege verursachten Schulden von Steuern befreit.
1713 In diesem Pestjahr blieb Langenlois von der Pest verschont; zum Dank für die Verschonung vor der Seuche beschlossen Marktrichter und Ratsherrn die Errichtung der Dreifaltigkeitssäule auf dem Kornplatz, angefertigt wurde sie vom Bildhauer Andreas Krimmer aus Krems. Die Einweihung erfolgte am 14. Oktober 1713.
1723 Setzung von vier steinernen Säulen mit je einer Donatus-Statue in den Weinkulturen. Drei dieser Statuen sind erhalten!  
1727 Schwere Regengüsse führten zu Überflutungen; sie zerstörten Brücken und Stege, in der Kirche stand das Wasser bis zum Tabernakel.
1728 Barockisierung des Rathauses: Fassade, kaiserliches Wappen (Karl VI.) im Fassadengiebel. Die lateinische Inschrift weist als Chronogramm die Jahreszahl 1728 aus. Allegorie der Justitia. Im Sitzungssaal Wappen Habsburg-Lothringens an der Decke, an der Wand das Wappen des landesfürstlichen Marktes Langenlois.  
1752 Bürgerspitalstiftung der Maria Theresia Beer in der Höhe von 6000 Gulden. (Stiftsbrief 1752 bestätigt); Bestellung eines Benefiziaten mit der Verpflichtung, in der Spitalskirche täglich eine hl. Messe mit bestimmten Intentionen zu lesen.  
1754 – 1756 Bau des barocken Kirchturmes durch Baumeister Matthias Gerl aus Wien; Erhöhung des Turms auf 56 Meter. Turmwächterwohnung im Kirchturm in zwei übereinander­liegenden Etagen. Aufgabe des Turmwächters: Läuten der Glocken zu Gebets- und Gottesdienstzeiten, Feuerwache.  
1764 Stiftung zur Errichtung eines Benefiziums zu St. Nikolaus durch die verwitwete Bürgersfrau Theresia Wappler. Noch im selben Jahr trat Thomas Wolf, Kaplan zu Hadersdorf, die Benefiziatenstelle an. Zuvor wurde nur zweimal im Jahr in der Nikolauskirche eine Messe gelesen. Für die Bewohner des Oberen Marktes war es eine Erleichterung, wenn sie in St. Nikolaus den Gottesdienst besuchen konnten. Die durch das Benefizium ermöglichte lokale seelsorgliche Betreuung der Bewohner des Oberen Marktes trug wesentlich zu deren Zusammengehörigkeitsgefühl bei.  
1775 – 1778 Zwischen 1775 und 1778 Verlegung des Friedhofs, der sich bei der Pfarrkirche befand, an die heutige Stelle.
1778 Errichtung der Friedhofskapelle, gestiftet von Paul Hochedlinger, zu Pfingsten dieses Jahres 1779 erfolgte die Einweihung.
1783 Aufhebung des Franziskanerklosters durch Kaiser Joseph II.Noch 12 Jahre bestand der Konvent, dem allerdings die materiellen Grundlagen (Stiftungen) bereits entzogen waren.1795 wurde der Konvent geschlossen.Der ganze Komplex wurdevon der nö. Staatsgüteradministration der Marktgemeinde Langenlois überlasssen. Durch ein kreisamtliches Schreiben (1798) wurde die Gemeinde aufgefordert, das Klostergebäude als Kaserne herzurichten.  
1785 Neugestaltung der Gemeinderepräsentanz und der Gemeindeverwaltung durch die Regulierungen Kaiser Josephs II.Die Spitze des Gemeinwesens wurde gebildet vom Bürgermeister sowie dem ihm zur Seite stehenden rechtskundigen Syndikus und drei Magistratsräten. Dieses fünfköpfige Gremium, genannt Magistrat, löste die durch Jahrhunderte bestehende Institution von Marktrichter sowie des Inneren und Äußeren Rates ab.  
1791 Im Oberen Markt wird eine Schule erwähnt.
1792 Joseph und Maria Elisabeth Auböck stifteten ein Spital für Dienstboten, Gesellen oder arme Reisende. (Haus Ecke Wiener Straße, Auböckallee)
1799
1805
1809
In der Zeit der Napoleonischen Kriege kam es mehrmals zu Einquartierungen von fremden Truppen, an die hohe Kontributionen zu leisten waren.
1812

1. August

Eröffnung einer Postwagen-Linie von Wien nach Zwettl über Langenlois. Kosten: Wien – Langenlois 2 Gulden + 18 Kreuzer Trinkgeld für den Postillion.
1819 Errichtung eines Volksschulgebäudes (neben der Kirche).
1820 Errichtung eines eigenen Schulgebäudes im Oberen Markt.
1820 Der Markt kaufte den Passauer Wein- und Körnerzehent um 430.000 Gulden C. M.
Um 1820 Anlegung des Franziszeischen Katasters und Schaffung der Katastralgemeinden; 1823 abgeschlossen.
1823 Verleihung des Rechtes auf einen wöchentlichen Viehmarkt.
1825

8. August

Mordanschlag auf den Syndikus Franz Hoffer. Er wurde bei seinem Keller meuchlings durch einen Schuss tödlich getroffen. Der Täter konnte trotz gerichtlicher Ermittlungen nicht eruiert werden.  
1846 Die seit 1841 bestehende Briefsammelstelle wurde in eine Poststation (Postamt) umgewandelt.
1846 Großbrand: Die Katastrophe nahm ihren Ausgang von einem Gasthaus in der Kremserstraße (heute Hansy-Haus). Beim Auslassen von Schweinefett rann flüssiges Schmalz ins Feuer, Löschversuche mit Wasser hatten verheerende Folgen: Brennende Schmalzkugeln wurden vom Wind verweht und setzten Stroh- und Schindeldächer in Brand. 132 Häuser wurden Opfer der Brandkatastrophe.  
1848 Im Revolutionsjahr 1848 gab es erstmals “allgemeine” Wahlen für die Bestellung der Abgeordneten Reichstages (Parlament). Der nur wenige Monate bestehende Reichstag beschloss, auf Grund eines Antrages des schlesischen Abgeordneten Hans Kudlich, die Aufhebung der Untertänigkeit (“Bauernbefreiung”).Auch in Langenlois wurde eine Nationalgarde zur Sicherung der Errungenschaften Revolution aufgestellt, die einen Stand von 500 Mitgliedern erreichte. Kommandant war der Mühlenbesitzer Michael Zwickl. 1851 wurden die Nationalgarden behördlich aufgelöst.Durch die Aufhebung der Untertänigkeit und der Auflösung der Grundherrschaften war die Schaffung einer Reihe von Institutionen im Verwaltungs- Justiz- und Steuerwesen erforderlich geworden.
1849 Das Provisorische Gemeindegesetz 1849 bildete die Grundlage zur Errichtung autonomer politischer Gemeinden und zur Wahl und Bestellung einer gewählten Gemeindevertretung.Geburtsstunde unserer heutigen Gemeinden!
1850 Erster Bürgermeister nach dem provisorischen Gemeindegesetz war Karl Dum.
1850 Errichtung der Bezirkshauptmannschaft Krems.
1850 Langenlois wurde Sitz eines Bezirksgerichtes, im selben Jahr erhielt Langenlois einen Gendarmerieposten.
1852 Errichtung eines Steueramtes.
1856 Der Ratsherr Michael Zwickl ermöglichte durch eine Stiftung den Anbau einer “Vierten Klasse” an die Schule; die bisherige Trivialschule wurde dank dieser Stiftung in eine Pfarrhauptschule umgewandelt.
1860 Auf Anregung von Heinrich Fürnkranz Gründung der Liedertafel als „Männergesangsverein“.
1861

31. Jänner

Der aus Krems stammende Kaufmann Heinrich Fürnkranz wurde zum Bürgermeister gewählt. Er hatte dieses Amt 30 Jahre – bis 1891 – inne.
1861 Gründung der Feuerwehr (als Gemeindefeuerwehr nach dem Vorbild der Kremser Feuerwehr).
1864 Errichtung eines Telegraphenamtes.
1868 Spar- und Vorschussverein für Langenlois gegründet (Vorläufer der Sparkasse).  
1871

1. Oktober

Eröffnung des Schalters der Sparkasse, Geschäftsaufnahme der Sparkasse Langenlois.
1874 Tod der ledigen Wirtschaftsbesitzerin Franziska Ziegler. Sie machte in ihrem Testament (1870) eine Stiftung zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt (Kindergarten). 1893 konnte der Kindergarten in der Kaserngasse eröffnet werden, 1914 wurde er vom Land übernommen.
1882/83 Bau des Volksschulgebäudes in der Kaserngasse,1883 erfolgte die Einweihung.
1889 Eröffnung der Kamptalbahn; Langenlois erhielt in Haindorf einen Bahnanschluss.
1891 Die Kaserne im Gebäude des Franzikanerklosters (geschlossen 1888) wurde zu einer Anstalt für Geisteskranke eingerichtet und 1891 belegt; sie unterstand der NÖ Landesirrenanstalt.
1897 Errichtung und Eröffnung der Kamptalwarte auf dem Heiligenstein durch den Österreichischen Touristenclub, Section Langenlois-Kamptal.
1899 Ankauf des Gutes Haindorf durch die Gemeinde Langenlois,Übernahme mit 1. 1. 1900.
1901 Eingemeindung von Haindorf: Mit Juli 1901 wurde die bis dahin selbständige politische Gemeinde Haindorf nach Langenlois eingemeindet.  
1902 Auflassung der Irrenanstalt und Errichtung eines Bezirksarmenhauses im ehemaligen Franziskanerkloster.
1903 Eröffnung einer Winterschule für Weinbau in Haindorf im Oberen Schloss.
1904 Schulschwestern aus Judenau kauften den Meierhof aus dem Bestand des Gutes Haindorf.Am 6. April 1904 zogen die ersten Schulschwestern in das erworbene Haus ein und am 1. September 1904 erfolgte die Eröffnung einer Schule (Volksschule, Bürgerschule) mit Internat.  
1904 Ende des Bürgerspitalbetriebes. Die Insassen kamen in die Bezirksarmenanstalt.  
1905 In der Druckerei Salesy & Wetecamp in Langenlois erschien erstmals die Wochenzeitung „Der Kamptal-Bote“; 1945 eingestellt.
1908 Bau und Inbetriebnahme der ersten Langenloiser Wasserleitung.
1911  19. April In diesem Jahr gab es zwei Brandkastastrophen:In der Walterstraße brach im Haus des Fleischhauers Graf ein Brand aus, bei dem in der Folge 15 Hauser zerstört wurden, zwei Menschen fanden den Tod.
1911  29. Juli Eine weitere Brandkatastrophe ereignete sich in der Bahnstraße, bei der 16 Häuser den Flammen zum Opfer fielen.
1913 Am 8. Dezember 1913 wurde die elektrische Beleuchtung in Betrieb genommen. 1922 hatten fast alle Häuser elektrischen Strom.
1913/1914 Errichtung der Bürgerschule mit Beginn des Schuljahres1913/14; der Bau des Schulgebäudes wurde Herbst 1914 vollendet. Ab 1927/28 nannte sich die Bürgerschule “Hauptschule”.  
1914 – 1918 Erster Weltkrieg
Mit Kriegsbeginn Einrückungen.
Kriegswirtschaftliche Maßnahmen belasten Markt und Bevölkerung schwer.
Aufnahme und Betreuung von Verwundeten (Rekonvaleszenten),
Sammelaktionen für die Soldaten im Feld,
Materialablieferungen (Kirchenglocken). Traubenkerne wurden beschlagnahmt.
Versorgungslage ab 1917 prekär. Mangel an Heizmaterial.
154 eingerückte Langenloiser wurden Opfer dieses Krieges.
 
1919 Gründung des Langenloiser Dürerbundes. Kulturelle und volksbildnerische Zielsetzungen; in Langenlois geprägt von deutschnational gesinnten Personen.
1920 Friedhofkapelle wurde zur Kriegergedächtniskapelle umgestaltet.
1921 Gründung des Sportvereines (Fußballverein)  
1922 Bürgerspitalgebäude wurde von der Gemeinde vom Bezirksarmenfonde zurückgekauft.  
1924

18. Mai

Beschluss des Gemeinderates, wonach der Markt Langenlois zur Stadt erhoben werden soll.
1925

20. Februar

Beschluss der Bundesregierung vom 20. Februar 1925, den Markt Langenlois zur Stadt zu erheben.
1925

18. / 19. Juli

Zweitägige Festlichkeiten zur Stadterhebung.
1929 Ankauf des Gutes Schiltern (Schloss und Grundbesitz der ehemaligen Herrschaft Schiltern) durch die Stadtgemeinde. Verkäufer: Alfred Aichelburg-Rumerskirch.
1929 Aufstellung des Marienbrunnens aus dem Schloss Schiltern auf dem Holzplatz.  
1929 Einführung neuer Straßenbezeichnungen und   Neufestlegung der Hausnummern.
1929

10. November

Gemeinderatswahl. Nationalsozialisten erhielten 4 Mandate und stellten den Vizebürgermeister.
1930 Verkauf des Schlosses Schiltern an das Institut der Englischen Fräulein in Krems.  
1933

1. Februar

Die Leitung der NSDAP Langenlois veranstaltete eine Massenkundgebung mit Fackelzug anlässlich der Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler.
1933 Juli Verlust des Gemeinderatsmandates. Nach dem Verbot der NSDAP verloren jene Gemeinderäte, die von der NSDAP nominiert worden waren oder sich zu ihr bekannten, ihre Sitze im Gemeinderat; acht Gemeinderäte schieden aus dem Gemeinderat aus.  
1934

12. – 15. Februar

Im Zuge des Bürgerkrieges vom Februar 1934 wurden die Sozialdemokratische Partei und alle ihre Organisationen aufgelöst und ihre Aktivitäten verboten. Die drei sozialdemokratischen Gemeinderäte schieden aus dem Gemeinderat aus.
1934 Nach dem von Nationalsozialisten ausgeführten Attentat auf Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß (25. Juli 1934): Umbenennung des Kornplatzes in Dollfußplatz;
Errichtung des Dollfuß-Gedächtniskreuzes auf dem Schilterner Berg.
1935 Neukonstituierung des Gemeindetages (so die neue Bezeichnung anstelle von „Gemeinderat“).
Die 19 Mitglieder des Gemeindetages wurden nicht gewählt, sondern durch Dekret bestellt; sie wählten den Bürgermeister.
 
1938 – 1945 Langenlois in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft  
1938

11. März

Nach massivem Druck Hitlers und Drohung mit Einmarsch:Rücktritt der Regierung Schuschnigg.
1938

12. März

In der Nacht vom 11. auf 12. März: Einmarsch deutscher Truppen in Österreich.Machtübernahme im Staat durch die Nationalsozialisten.
1938

12. März

Die bisherige Gemeindevertretung unter Bürgermeister Anton Wöber wurde ihrer Funktion enthoben. Zum Bürgermeister der Stadtverwaltung wurde Oberlehrer Johann Hamböck bestellt.
1938

13. März

Der Ministerrat unter Bundeskanzler Seyß-Inquart beschloss das Bundesverfassungsgesetz über die “Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich”, gewöhnlich als “Anschluss” bezeichnet. Österreich hatte damit als eigener Staat zu bestehen aufgehört und war nunmehr Teil des Deutschen Reiches unter nationalsozialistischer Herrschaft.
1938

16. März

Zusammentreten der nationalsozialistischen Gemeinde­vertretung unter Bürgermeister Johann Hamböck.Eine der ersten Maßnahmen: Umbenennung des Kornplatzes in Josef-Leopold-Platz und des Holzplatzes in Adolf Hitler-Platz.
1938

16. März

Das Kohut-Haus am Josef-Leopold-Platz 1 (früher Kornplatz 1), das in jüdischem Besitz war, wurde mit 16. 3. für den Sitz der Ortsgruppenleitung des NSDAP und der Bezirksleitung der NSDAP (Gerichtsbezirk Langenlois) in Beschlag genommen. Ortsgruppenleiter war Karl Köstler.
1938

10. April

 

Tag der “Volksabstimmung” über die bereits am 13. März 1938 vollzogene “Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich”. Von den 2973 gültigen Stimmen lauteten 2972 auf “Ja” und 1 Stimme auf “Nein”. Am Tag darauf (11. April) unbeschreiblicher Freudentaumel in der ganzen Stadt über das Ergebnis der Volksabstimmung, zur gleichen Zeit wurde das Dollfuß-Kreuz auf dem Schilterner Berg umgelegt.
1938

1. September

Aufhebung der Volks- und Hauptschule der Schulschwestern in Haindorf. 1941 mussten auch die Schwestern das Haus verlassen.
1938 Oktober Rechtsanwalt Dr. Hans Berger neuer Bürgermeister.
1939 April Eduard Sachseneder neuer Bürgermeister.  
1939

1. September

Mit dem Angriff auf Polen durch das Deutsche Reich: Beginn des Zweiten Weltkrieges.
1940 Hochwasser und Dammbruch: der Loisbach setzte viele Ackerflächen unter Wasser.  
1940 Lehrer Karl Spitzwieser neuer Ortsgruppenleiter.
1940 Dezember Dem Benefiziaten Josef Hollnsteiner wurde die Erteilung von Religionsunterricht in der Volksschule Obere Stadt entzogen.
1942 April Offizielle Übergabe des Kolpingheimes (heute Pfadfinderheim) an die Hitler-Jugend (HJ).
1943 März Nach dem Einrücken von Bürgermeister Eduard Sachsenederwurde Johann Hamböck wiederum Bürgermeister; er starb nach einem Monat an Herzversagen.
1943 April Der Gastwirt Anton Weingartner wurde zum neuen Bürgermeister bestellt; er behielt diese Funktion bis Mai 1945.
1944

30. Mai

Fliegeralarm: Bombenabwurf in der Riede Panzaun (beim Hahnkreuz).
1944

29. Juni

Englische Bomber warfen in der Umgebung von Langenlois (Riede Hasel) mehrere Bomben ab.
1944 November Aufstellung des Volkssturms (Verpflichtung für alle wehrfähigen Männer von 16 – 60 Jahren.)  
1944 ab November Flüchtende Familien von Volksdeutschen (aus dem Banat und der Batschka) zogen auf Pferdegespannen durch Langenlois und weiter nach Westen. Stadt musste Verpflegung und Möglichkeit zur Nächtigung bereitstellen.  
1945 Frühjahr Im Frühjahr 1945 wurde Langenlois zum Verteidigungsgebiet erklärt. Errichtung von zwei Verteidigungsringen mit Maschinengewehrnestern, Brücken am Kamp und Loisbach zur Sprengung und Panzersperrren an den Ausfallstraßen vorbereitet.
1945

3. April

Generalkommando des II. SS-Panzerkorps (Ia), Gefechtsstand bei Stetteldorf am Wagram, erteilte Kampfanweisung für den Kampfkommandanten des Ortsstützpunktes Langenlois: Der Ortsstützpunkt Langenlois ist bei einem feindlichen Angriff “um jeden Preis und auf jeden Fall, auch bei Gefahr der Einschließung, bis zum letzten Mann und bis zum letzten Schuß zu halten”.Zum anbefohlenen Verteidigungsfall kam es nicht mehr.
1945

8. Mai

Kolonnen deutscher Truppenteile zogen durch den Ort Richtung Gföhl bzw. Richtung Westen.
1945

8. Mai

Ende des Zweiten Weltkrieges (in Europa) mit der Kapitulation des Deutschen Reiches. Zugleich Ende des NS-Regimes.Opfer des Krieges aus Langenlois: 245 Gefallene und Vermisste.  
1945

9. Mai

Einmarsch sowjetischer Truppen in Langenlois. Der größte Teil davon zog weiter nach Westen.  
1945

12.Mai

Errichtung einer Orts-Kommandantur der sowjetischen Besatzung im Sparkassengebäude, Teile davon im Gasthaus Weingartner.Ing. August Kargl, der 1938 ins KZ Dachau gebracht worden war, galt der Besatzung als politisch vertrauenswürdig und wurde beauftragt, Vorschläge für eine Gemeindevertretung zu unterbreiten. Ihr gehörten neben dem prov. Bürgermeister 18 Mitglieder an, 10 wurden von der ÖVP nominiert, je vier von der Sozialistischen Partei und von der Kommunistischen Partei.
1945

14. Mai

Erste Sitzung des provisor. Gemeinderates im Gasthaus Fragner, Walterstraße.  
1945

16. Mai

Wiederaufnahme des Schulbetriebes.  
1945 Mai/Juni Wichtige Anordnungen und Maßnahmen der Gemeinde erfolgten im Einvernehmen Kommandantur.Großes Problem war die Sicherheitsfrage: Nächtliche Ausgangssperre, Schutz vor Übergriffen – in den Monaten bis Herbst 1945 mindestens 6 tödliche Gewaltakte gegen Zivilpersonen. Vergewaltigungen, Plünderungen, Kellereinbrüche.Auf Grund des Verbotsgesetzes 1945 (Verbot der NSDAP und ihrer Gliederungen) mussten sich ehemalige Parteimitglieder behördlich registrieren lassen. Bei einem Vermögensverlust wurde von Einzelpersonen oder von der Gemeinde eine Treuhandschaft übernommen.
1945

25. November

Erste Nationalratswahlen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Deren Ergebnisse wurden auch für die Zusammensetzung der Gemeindevertretung herangezogen.  
1946

8. Mai

Dankgottesdienst zum Jahrestag der Befreiung Österreichs durch die Alliierten.  
1946 Mai Auflassung der Militärkommandantur und Abzug der Besatzungstruppen aus Langenlois.Das von der Besatzung beanspruchte Klostergebäude in Haindorf wurde den Schulschwestern zurückgegeben.
1946 September Glockenweihe. Insgesamt wurden 11 Glocken geweiht.  
1948 Beginn der Loisbachregulierung; Fertigstellung 1954.
1948 Nach Vereinsauflösung der Schützengesellschaft Abbruch des Schießstättengebäudes.
1950 Aufstellung der vier Evangelisten (Sandsteinfiguren) an der Fürnkranzbücke, angefertigt vom Bildhauer Friedrich Fahrwickl.
1951 Das Sachseneder-Werk, Inhaber Kommerzialrat August Sachseneder, beschäftigt insgesamt über 400 Arbeiter und Angestellte.
1951 Eröffnung der auf dem Gelände der ehemaligen Schießstätte errichteten Landeskursstätte für Wein-, Obst und Gartenbau.
1953

24. Dezember

Einweihung der umgestalteten Elisabethkirche, die seither als Aufbahrungshalle dient.
1955

15. Mai

Abschluss des Staatsvertrages: Festgottesdienst und Konzert von Stadtkapelle und Liedertafel auf dem Kornplatz.  
1955 Oktober Landesweit wurde in mehreren Orten ein „Fest der Traube“ gefeiert. In Langenlois großer Umzug und Aufführung der Operette „Die Winzerliesel“. 12.000 Besucher.
1957 Die Stadtgemeinde kaufte von Dr. Fritz Ursin das Haus Kornplatz Nr. 6, von Frau Zaussinger das Haus Kornplatz Nr. 7.
1957 Verkauf des Bürgerspitalgebäudes an die Bezirks-Landwirtschaftskammer.
1959 Restaurierung und tiefgreifende Umgestaltung der Pfarrkirche.(Entfernung des Spitzbogengewölbes, Freilegung der Holzdecke, Absenkung des Fußbodens, Aufstellung eines gotischen Altarschreines; Abschluss der Renovierung 1960; Flügel mit Tafelbildern von Helmut Kies 1964 ergänzt.)  
1959 Durchbruch vom Kornplatz zur Kamptalstraße (= Abbruch des Hauses von Frau Zaussinger), Verkehrsfreigabe 1960.  
1960

6. Jänner

Tod von Bürgermeister und Landeshauptmannstellvertreter Ing. August Kargl in San Remo. Allgemeine Betroffenheit in der Bevölkerung.
1960

10. Jänner

Weihe der „Friedensglocke“ und erstes Erklingen zum Gedenken an August Kargl. Begräbnis Kargls am 12. Jänner 1960.
1961 Eröffnung der Berufsschule für das Baugewerbe (Mauerschule) im Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters mit dem Schuljahr 1961/62.
1962 Abbruch des Bürgerspitals und Baubeginn für das “Haus der Landwirtschaft”auf dem Kornplatz.
1964 Eröffnung und Segnung des Hauses der Landwirtschaft.  
frühe 1960er Jahre Wirtschaftliche Glanzzeit der SAX-Werke August Sachseneders. Nach dem Tod Sachseneders (1970) folgte baldiges Ende der Sax-Werke.
1965 Grundsteinlegung für   Neubau der Volksschule Untere Stadt in der Auböckallee. (Ehemaliger Pfarr- und Schulgarten).  
1965 Erstmals “Langenloiser Weintage”, veranstaltet von der Bezirksbauernkammer und von den Bezirksweinbauvereinen.
1966 Eröffnung und Segnung des neuen Volksschulgebäudes.  
ab 1965 Zur Verbesserung der Kommunalstruktur wurde vom Land NÖ die Zusammenlegung von Gemeinden forciert.
1968 – 1972 Von 1968 bis 1972 wurden fünf Nachbargemeindenmit der Gemeinde Langenlois zu einer Großgemeinde zusammengelegt.
1968 Die Gemeinden Mittelberg und Reith schlossen sich mit Wirkung vom 1. 1. 1968 freiwillig an die Gemeinde Langenlois an.
1972 Mit Wirkung vom 1. Jänner 1972 erfolgte die gesetzlich verfügte Angliederung der Gemeinden Gobelsburg mit Zeiselberg, Schiltern mit Kronsegg und Zöbing an die Gemeinde Langenlois.Damit fand die Errichtung der Großgemeinde Langenlois ihren Abschluss.Vergrößerung des Gemeindegebietes auf 67,12 km², die Zahl der Einwohner betrug nunmehr rund 7000.
1973 Kauf des Schlosses Haindorf durch die Baumeisterinnung.Ausgestaltung mit Lehrbauhof für Fortbildungsveranstaltungen.
1975 Sommer Feierlichkeiten zu: 900 Jahre Langenlois – 50 Jahre Stadt mit einem großen historischen Festzug.
1979 Schließung der Volksschule Obere Stadt mit Ende des Schuljahres 1978/79.
1982 Im Zuge der Außenrenovierung der Pfarrkirche: Entdeckung des Karners unter dem Presbyterium.
1982 Festlichkeiten zu: 900 Jahre Langenlois unter der Annahme der 1082 erfolgten Ersterwähnung von Langenlois als “Liubisa”.
1983 Eröffnung und Weihe der neuen Klosteranlage der Schulschwestern in Haindorf. Das Kloster umfasst: Kapelle, Internat, Schwesternwohnungen, Schule, Kindergarten.  
1985 WeinskandalEine Reihe von Winzern aus nahezu allen Weinanbaugebieten Österreichs hatten durch Beigabe von Glykol der Wein “aufgebessert”. Auch gegen Weinbautreibende in Langenlois gab es Anzeigen wegen Weinfälscherei; es kam zu Prozessen und Verurteilungen.  
1986 Erstmals fanden unter der Bezeichnung “Langenloiser Herbst” vom 8. bis 24. November 1986 Kulturwochen statt.
1989 – 1992 Revitalisierung des Schlosses Schiltern und Errichtung des Psychosozialen Zentrums. Eröffnung 1992.
1990

5. Mai

Eröffnung des Ursin-Hauses (Verkaufsvinothek, Kultur- und Informationszentrum).  
1991 Eröffnung der Turn- und Sporthalle in der Loiskandlzeile.
1991 Gründungsversammlung des Vereines „Langenloiser Hilfswerk“.
1992 Neonazistische Aktivitäten der Gruppe “Kameradschaft Langenlois”, wurden durch ein im ORF Anfang 1992 ausgestrahltes Video der breiten Öffentlichkeit bekannt; lösen Entrüstungen über die Vorfälle und Befürchtung von Imageeinbußen für den Weinort aus. Der Anführer der Gruppe wurde 1995 in einem Prozess am Wiener Straflandesgericht rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt.  
1996 Erstmals NÖ Operettensommer im Park des Schlosses Haindorf mit der Aufführung der Operette “Zwei Herzen im Dreivierteltakt” von Robert Stolz.
1999

5. November

Umbau und Erweiterungsbau des Rathauses offiziell eröffnet.  
2002

5. Mai

Eröffnung des Sicherheitszentrums an der Kamptalstraße nach Zöbing. Es beherbergt die Gendarmerie, die Rettung (Rotes Kreuz), die Feuerwehr und den Gemeindeverband für Abgabeneinhebung und Umweltschutz.
2002

1. Juli

Das seit 1850 in Langenlois bestehende Bezirksgericht wurde mit 1. Juli 2002 aufgelassen; das Bezirksgericht Krems ist für Langenlois zuständig.
2002

8. August

Hochwasser.Tagelange Regenfälle verursachten im unteren Kamptal ein „Jahrhunderthochwasser“. Am 8. August 2002 trat der Kamp über die Ufer und überflutete im Gemeindegebiet große Teile von Zöbing, die östlich gelegenen Gebiete von Langenlois-Haindorf sowie Teile von Zeiselberg. Die schlimmsten Überflutungen waren in Zöbing zu verzeichnen. Häuser standen die mitunter bis in die Erdgeschoßdecke unter Wasser. Straßen, Wege, Hausgärten, Äcker und Weingärten waren verwüstet, die Kirche, eben erst renoviert, stand bis in Türhöhe unter Wasser, die Gleisanlagen der ÖBB waren unterspült. Familien und Einzelpersonen mussten evakuiert und in Ersatzunterkünfte gebracht werden. Bundesheer, Feuerwehr und viele freiwillige Helfer waren im Einsatz, um bei den Aufräum­arbeiten zu helfen. Insgesamt hatten knapp 300 Wohn­objekte und 23 Gewerbetriebe Hochwasserschäden erlitten.  
2003

8. September

Eröffnung der LOISIUM Kellerwelt im Gerstfeld.
Architekt: Steven Holl.
2004

5. Juni

Eröffnung der neuen Sozialstation des Langenloiser Hilfswerkes Am Röhrbrunn.  
2004 Juli Eröffnung des Pflegeheimes im Gerstfeld.  
2004 Nov Eröffnung des Abfallsammelzentrums  
2005 Juni Der Gendarmerieposten feierte sein Bestehen seit 155 Jahren (Errichtung 1850). Zusammenlegung mit der Polizei.
2005

11. November

Das 4-Sterne-Hotel “Wine & Spa Resort”, das zum Loisium-Konzept zählt, wurde eröffnet. Architekt: Steven Holl.
2006 Gründung der Loisiarte, eines Festivals für zeitgenössische Musik und Literatur.
2008

21. Juni

Auflassung des Kindergartengebäudes in der Kaserngasse. Einweihung und Eröffnung des neuen Kindergartens im ehemaligen Franziskanerkloster.
2007 – 2009 Neugestaltung des Holzplatzes abgeschlossen; Eröffnung am 30. April 2009.  
2009 Präsentierung eines neuen Markenauftrittes für Langenlois.Das Logo, eine Weinranke, und der Slogan “Ein guter Boden. Langenlois” sollen Stärken und Chancen von Langenlois und die Besonderheit der gesamten Region betonen.
   
   
   
   
   

Zusammenstellung:
Johann Ennser

Quellenangabe:

August Rothbauer: Die Weinstadt Langenlois.
Langenlois / Krems [1962]

August Rothbauer: Die Urkunden des städtischen Archivs Langenlois.
Regesten und Anmerkungen von August Rothbauer.
Maschingeschriebenes Manuskript im Archiv der Stadtgemeinde Langenlois, [o. J.]

Elisabeth Schuster: Neue Überlegungen zur Herkunft und Bedeutung einiger niederösterreichischer Ortsnamen.
In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, Neue Folge 62/1, Wien [1996]

Doris Steiner: Geschichte des Vierzigerwaldes 1327 – 1990
Besitz der Agrargemeinschaft Vierzigergemeinde Langenlois. Krems [o. J.]

Ernst Zehetgruber: Wie es war.
Beiträge zur Ortsgeschichte von Langenlois im Jahre 1945.
Typoskript mit Dokumenten, Kartenskizzen, Plänen. Stadtarchiv Langenlois [2006]