Forschungstätigkeit im Stadtarchiv

Wieder einmal war eine Gruppe von Student*innen der Universität Wien zu Forschungszwecken im Langenloiser Stadtarchiv. Diesmal ging es um das spezielle Thema “Ehescheidungen ab dem 16. Jahrhundert”, geleitet von Frau Univ. Prof. Dr. Andrea Griesebner. (siehe “Ehen vor Gericht”)

Mit Hilfe des Archivteams wurden die vorhandenen schriftlichen Register und Indizes durchsucht.
Die Studentinnen vertieften sich einen Tag lang in die Testamenten-Bücher, Inventurs- und Verlassenschaftsabhandlungen sowie die Ratsprotokolle des 16. und 17. Jahrhunderts aus dem wertvollen Bestand des Langenloiser Archivs.

Das “Gedächtnis” der Stadtgemeinde Langenlois

Das Langenloiser Stadtarchiv bewahrt einen reichen und über Jahrhunderte gewachsenen Bestand an historischem und kulturgeschichtlichem Quellenmaterial, wie das in vergleichbaren Städten in Niederösterreich wohl selten der Fall ist.

Die Urkundensammlung besteht aus 292 Exemplaren, darunter 151 Original-Pergament-Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die älteste Urkunde, unterfertigt von 18 Bischöfen, ist ein Ablassbrief für die St. Laurentius-Kirche aus dem Jahre 1300.

Umfangreich ist auch der Bestand an Büchern, der ca. 1600 Bände umfasst. Darunter befinden sich handgeschriebene Ratsprotokolle und Gemeinderatsprotokolle von 1635 bis zur Gegenwart.

Man kann also zu Recht das Stadtarchiv als “Gedächtnis” der Stadt bezeichnen.


In den letzten Jahren wurde begonnen, die oftmals schwer lesbaren Handschriften der Ratsprotokolle zu transkribieren, um sie allgemein zugänglich zu machen. Ein Teil davon steht jetzt sowohl gedruckt in Buchform als auch auf elektronischen Datenträgern zur Verfügung.
Unter dem Menüpunkt “Inventarverzeichnis/Bücher” stehen die betreffenden pdf-Dateien zum Download bereit.

Ebenso wurde das Inventarverzeichnis aller Archivalien digital erfasst und ist über das Internet allen Interessierten zugänglich.

Die im Stadtarchiv verwahrten Originale sind sorgfältig archiviert und werden laufend durch Vereins- und Festschriften, Bücher, Fotos, Zeitungen und hauseigene Publikationen ergänzt.

Das Stadtarchiv möchte diese Dokumente der wissenschaftlichen Forschung sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen.


Präsentation der Urkundensammlung

Im Arkadensaal präsentierte das Team des Langenloiser Stadtarchivs die digitalisierte Urkundensammlung. Vor einem Jahr wurden die jahrhunderte alten Dokumente ans Tageslicht geholt, eingescannt und wieder sorgfältig verwahrt. Die Digitalisation erfolgte mit Hilfe des Diözesanarchivs St. Pölten, und seither stehen die Urkunden im Internet zum Download bereit.

Richard Loimer führte durch das Programm und Dr. Aigner – als Direktor des Diözesanarchivs und Präsident der Vereinigung ICARUS – schilderte in seinem Vortrag die Möglichkeiten und Visionen der digitalen Vernetzung internationaler Archive.

Ing. Erwin Hörmann und Mag. Johann Ennser stellten einige der wertvollen Urkunden vor und erläuterten deren Bedeutung für die Stadtgeschichte von Langenlois.

Das Duo Bettina Amon (Dudelsack) und Sigrid Geitzenauer (Akkordeon) boten der Veranstaltung die passende musikalische Umrahmung.

Link zum VIDEO-FILM über die Präsentation.      filmstreifen

Nach den Vorträgen konnten die interessierten Besucher einige der bedeutendsten – in einer Vitrine ausgestellten – Urkunden im Original bewundern. Eine Zusammenstellung von Faksimile-Drucken samt Erläuterungen bot den Betrachtern die Gelegenheit, bei einem kleinen Imbiss und Langenloiser Wein sich im Lesen der alten Texte zu versuchen und die zugehörigen Transkriptionen zu studieren.

Die Schautafeln mit den Faksimile-Drucken sind ab sofort und bis auf Weiteres im Langenloiser Rathaus zu besichtigen.

 

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