13. Niederösterreichischer Archivtag zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit in Archiven“

Landesrat Ludwig Schleritzko überreichte Medaille für Verdienste um das Archivwesen in Niederösterreich und bedankte sich bei allen Archivarinnen und Archivaren des Landes

Das Niederösterreichische Landesarchiv lud am Freitag den 10. November 2023 zum bereits 13. Niederösterreichischen Archivtag mit dem Themaschwerpunkt „Öffentlichkeitsarbeit in den Archiven“. Über 140 Interessierte aus ganz Niederösterreich folgten der Einladung.

Dabei sprach Michael Kitzmantel vom Stadtarchiv Wels über „Öffentliche und politische Wahrnehmung des Stadtarchivs Wels“, Elisabeth Moll vom Stadtarchiv Zwettl über „Von der Notwendigkeit, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen“. Daniel Haberler-Maier referierte über „Keine Zeit, kein Geld? Strategien der Öffentlichkeitsarbeit in Ein-Personen-Archiven“ und Dorothea Demal vom Stadtarchiv Langenlois über „Das Stadtarchiv Langenlois – Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit“.

Ein besonderes Highlight war die Überreichung der Medaille für Verdienste um das Archivwesen in Niederösterreich an Mag. Dorothea Demal vom Stadtarchiv Langenlois, die der für Archive und Bibliotheken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko vornahm: „Die Archive sind das Gedächtnis unserer Gemeinden und unseres Landes. Aber was hilft das beste Gedächtnis, wenn es nicht verantwortungsvolle Menschen gibt, die sich auch darum kümmern. Somit ist die jährliche Verleihung und Danksagung für mich ein wesentlicher Bestandteil des Niederösterreichischen Archivtages.“ 

Landesrat Ludwig Schleritzko, Mag. Dorothea Demal

 

„Das Thema des diesjährigen Archivtags ist nicht zufällig gewählt worden. Die hervorragende Arbeit unserer Archivarinnen und Archivare wird zum Teil nicht gebührend wahrgenommen. Wie auch in anderen Bereichen, sollte Öffentlichkeitsarbeit ein fixer Bestandteil unserer täglichen Arbeit werden“, ergänzt Roman Zehetmayer, Direktor des Niederösterreichischen Landesarchivs. 

Als erste Gratulanten reihten sich Archivdirektor Roman Zehetmayer sowie Langenlois- Kulturstadträtin Sonja Fragner und Bezirkshauptmann Günter Stöger ein.

Bezirkshauptmann Krems Mag. Günter Stöger, Archivdirektor Dr. Roman Zehetmayer,
Mag. Dorothea Demal, Kulturstadträtin Mag. Sonja Fragner, Landesrat Ludwig Schleritzko

Presseaussendung NÖ Landesarchiv, © NLK Burchhart

Gruppenbild zusätzlich mit Mutter und Tochter von Mag. Demal,
sowie Mag. Ennser und Ing. Hörmann als Mitarbeiter im Langenloiser Stadtarchiv

© NÖ Landesarchiv Kunerth

 

Einladung zur Präsentation unserer Urkundensammlung

Die Urkunden des Stadtarchivs wurden vor knapp einem Jahr digitalisiert und sind seit dem Frühjahr im Internet unter folgendem Link abrufbar: http://monasterium.net/mom/fonds

Am Sonntag, dem 6. November, 17:00 Uhr wird unsere Urkundensammlung im Rahmen des Langenloiser Herbstes von Dr. Thomas Aigner (Direktor des Diözesanarchivs St. Pölten) sowie unserem Archivteam der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Besuch vom NÖ Landesarchiv

Am 18. Oktober 2016 besuchten Frau HR Dr. Langer-Ostrawsky und Frau Mag. Dr. Christa Gattringer vom NÖ Landesarchiv St. Pölten unser Stadtarchiv in Langenlois.
Fr. Dr. Langer-Ostrawsky würdigte die wertvolle, über viele Jahre schon geleisteten Arbeit der Stadtarchiv-Mitarbeiter und kennt auch die im Jahr 2015 frei geschaltete Website des Stadtarchivs.

In freundschaftlichem Gespräch konnte das Archivteam einige der verwahrten Bücher und Urkunden präsentieren. Für die zukünftige Arbeit im Archiv gab es Tipps und Hinweise, für die wir uns auch auf diesem Wege herzlich bedanken möchten.

Beim Niederösterreichischen Archivtag am 4. November in St. Pölten wird auch heuer wieder das Stadtarchiv Langenlois vertreten sein.

Schüler zu Besuch im Archiv

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Zwei Klassen der Neuen Mittelschule Langenlois besuchten in der letzten Schulwoche mit den Oberlehrerinnen Margot Fasching (am Foto links hinten) bzw. Ingrid Paschinger das Stadtarchiv. Die Schülerinnern und Schüler waren von den schweren, jahrhundertealten Büchern beeindruckt und versuchten, die sorgfältig mit der Hand geschriebenen Einträge zu entziffern.

Erwin Hörmann vom Archivteam zeigte einige alte Urkunden und erläuterte die Vorgangsweise der Digitalisierung von Archivgut. Besonderen Eindruck hinterließ bei den interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, diese Digitalisate im Internet betrachten und in Ruhe durchsuchen zu können.  Für die junge Generation war dieser Besuch sozusagen eine Unterrichtsstunde über Heimatgeschichte zum “Angreifen”.

Blick hinter die Kulissen der Homepage

Die Menüstruktur der Homepage des Stadtarchives Langenlois umfasst derzeit 76 Seiten, welche über das Hauptmenü direkt aufrufbar sind. In den Downloadbereichen stehen pdf-Dateien mit einigen Tausend Seiten zur Verfügung, um beispielsweise in alten Ratsprotokollen blättern zu können oder Artikel über die Stadtgeschichte nachzulesen. Verschiedene Tabellen bieten einen Einblick in den Urkundenbestand des Stadtarchives oder ermöglichen ein Recherchieren in den bis zu 200 Jahre alten Häuserverzeichnissen des Stadtgebietes.

Seit nunmehr vier Monaten stehen diese Informationen auf der Homepage zur Verfügung. In dieser Zeit konnten mehr als 1.000 Besucher gezählt werden, die in Summe über 10.000 Seiten aufgerufen und durchstöbert haben. Die meisten Besucher kamen natürlich aus Österreich und Deutschland. Aber auch aus zahlreichen anderen EU-Ländern sowie den Vereinigten Staaten gab es Besuche. Insgesamt wurde unser “Virtuelles Stadtarchiv” von 26 Staaten weltweit erreicht, unter anderem aus China, Japan, Südamerika und Australien!

Mittlerweile gibt es Vernetzungen mit internationalen Plattformen: Unsere digitalisierten Urkunden stehen auf der Homepage des “Virtuellen Archives MONASTERIUM” zur Ansicht bereit. Wer sich dafür interessiert und die bis zu 700 Jahre alten, fein säuberlich handgeschriebenen Dokumente betrachten oder studieren möchte, der wird unter diesem Link fündig: http://monasterium.net/mom/fonds

Urkunde vom 13. April 1337

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Unsere ältesten Urkunden stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und sind sehr gut erhalten. Die obige Abbildung zeigt die in Rom ausgestellte Pergament-Urkunde vom 13. April 1337, in welcher acht auswärtige Bischöfe und Bischof Albrecht von Passau dem Corporis-Christi-Altar in der St. Laurentius-Kirche zu Langenlois einen Ablass verleihen.
( hier geht es direkt weiter zum Verzeichnis der Urkunden )


 

DSCN9260zwebKnapp 700 Jahre nach ihrer Entstehung ist diese Urkunde nun auch in digitaler Form erfasst und gesichert – so wie etwa 300 andere Originale und Original-Abschriften. Das Archivteam freut sich nach Abschluss der Arbeiten über diesen Meilenstein in der Geschichte des Langenloiser Stadtarchives und über die Möglichkeit, diese alten Handschriften in weiterer Folge im Internet präsentieren zu können.

Digitalisierung der Urkunden

Am 9. Dezember 2015 wurde ein mobiler Großscanner im Stadtarchiv Langenlois aufgebaut. Etwa 300 Urkunden aus den vergangenen sieben Jahrhunderten wurden eine nach der anderen ans Tageslicht geholt, mit Hochtechnologie digital erfasst und anschließend wieder sorgfältig verpackt und archiviert.

Initiiert wurde dieses Projekt durch ein Gespräch von Erwin Hörmann mit Dr. Thomas Aigner, dem Direktor des St. Pöltner Diözesanarchives, der vom Webauftritt des Stadtarchives Langenlois sehr beeindruckt war. Spontan bot dieser daraufhin seine Unterstützung in technischer und personeller Hinsicht an. In Kooperation mit dem Langenloiser Archivteam konnte Herr Robert Reiter vom Diözesanarchiv nach 6 Tagen intensiver Arbeit die digitalen Datensätze im Umfang von knapp 200 Gigabyte abspeichern.

Somit sind die Urkunden – darunter etliche mit den eigenhändigen Unterschriften von Kaiserin Maria Theresia und anderen österreichischen Kaisern – in Zukunft original und digital sicher verwahrt. Als nächster Schritt ist geplant, diese Urkunden auf den Webseiten des internationalen Archiv-Verbundes ICARUS sowie auf der vorliegenden Homepage des Stadtarchives Langenlois für jedermann verfügbar zu machen.

Übrigens: Diese Homepage des Stadtarchives wurde genau vor einem Monat online gestellt. Seither konnten einige tausend Seitenaufrufe von hunderten virtuellen Besuchern aus den verschiedensten Ländern – neben Österreich aus Deutschland, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Kanada und vielen anderen – gezählt werden. Eine sehr erfreuliche Bilanz!

Tipp für das Forschen in den alten Ratsprotokollen

Ein Teil der handgeschriebenen Ratsprotokolle wurde in den vergangenen Jahren digital erfasst. Im Menüpunkt “Inventarverzeichnis / II. Bücher” können unter Punkt 01 und 03 einzelne Dateien der Protokolle von 1786 – 1866 heruntergeladen werden.

Danach steht eine Suchfunktion zur Verfügung, die es ermöglicht, die pdf-Dokumente nach Personennamen, Ortsbezeichnungen, Ereignissen, Datumsangaben usw. zu durchstöbern.