Das “Gedächtnis” der Stadtgemeinde Langenlois

Das Langenloiser Stadtarchiv bewahrt einen reichen und über Jahrhunderte gewachsenen Bestand an historischem und kulturgeschichtlichem Quellenmaterial, wie das in vergleichbaren Städten in Niederösterreich wohl selten der Fall ist.

Die Urkundensammlung besteht aus 292 Exemplaren, darunter 151 Original-Pergament-Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die älteste Urkunde, unterfertigt von 18 Bischöfen, ist ein Ablassbrief für die St. Laurentius-Kirche aus dem Jahre 1300.

Umfangreich ist auch der Bestand an Büchern, der ca. 1600 Bände umfasst. Darunter befinden sich handgeschriebene Ratsprotokolle und Gemeinderatsprotokolle von 1635 bis zur Gegenwart.

Man kann also zu Recht das Stadtarchiv als “Gedächtnis” der Stadt bezeichnen.


Vor einigen Jahren wurde begonnen, die oftmals schwer lesbaren Handschriften der Ratsprotokolle zu transkribieren, um sie allgemein zugänglich zu machen. Ein Teil davon steht jetzt sowohl gedruckt in Buchform als auch auf elektronischen Datenträgern zur Verfügung.
Unter dem Menüpunkt “Inventarverzeichnis/Bücher” stehen die betreffenden pdf-Dateien zum Download bereit.

Ebenso wurde das Inventarverzeichnis aller Archivalien digital erfasst und ist über das Internet allen Interessierten zugänglich.

Die im Stadtarchiv verwahrten Originale sind sorgfältig archiviert und werden laufend durch Vereins- und Festschriften, Bücher, Fotos, Zeitungen und hauseigene Publikationen ergänzt.

Das Stadtarchiv möchte diese Dokumente der wissenschaftlichen Forschung sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen.


Besuch einer Gruppe von Studenten aus Wien

Frau Professor Mag. Dr. Andrea Griesebner vom Institut für Geschichte an der Universität Wien nutzte mit einer Gruppe von Studenten den Fronleichnamstag für einen Besuch im Langenloiser Stadtarchiv. Aufgabenstellung für die Recherchen in den Büchern aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert war die Suche nach Eheverträgen, Testamenten und Verlassenschaftsabhandlungen bestimmter Personen.

Das Team des Stadtarchivs unterstützte dabei auf der Suche nach zielführenden Archivalien und beim Entziffern der oft nur schwer lesbaren Jahrhunderte alten Kurrentschrift.

Foto: Isabella Höllmüller

Verabschiedung des Diözesan-Archivars

Dr. Thomas Aigner war viele Jahre lang Leiter des Diözesanarchivs St. Pölten. In seiner Funktion pflegte er gute Kontakte zu unserem Archiv und ermöglichte dankenswerterweise die Digitalisierung unserer Urkunden. Diese Dateien sind im “Virtuellen Archiv MONASTERIUM” gespeichert können über unsere Homepage aufgerufen werden.

Am 24. Mai 2024 wurde Herr Dr. Aigner im Bistumsgebäude der Diözese St. Pölten feierlich verabschiedet. Anlässlich der Veränderung seiner beruflichen Laufbahn wünschen wir ihm alles Gute und viel Schaffenskraft zur Verwirklichung der Visionen bei seinen zukünftigen Vorhaben.

Dr. Thomas Aigner zwischen Bischof Dr. Alois Schwarz und em. Bischof DDr. Klaus Küng, Generalvikar Dr. Christoph Weiss, Ordinariatskanzler Msgr. Markus Heinz und dem neuen Diözesanarchivar Mag. Karl Kollermann

 

 

” Blick zurück ” – vor 475 Jahren

Original-Urkunde vom 23 Mai 1549

Das Wiener Stadtgericht unter Richter Jakob Himblreich urteilt im Strafprozeß gegen den Langenloiser Bürger Georg Gapler. Derselbe war angeklagt, Richter, Rat und der gesamten Marktgemeinde zu Langenlois öffentlich die Fehde angesagt und den Marktrichter Peter Stätzinger sowie den Bürger Wolfgang Peck, genannt Zirfues, an ihrer Ehre gekränkt zu haben.

Gemäß der Begnadigung durch König Ferdinand I. ist Gapler aus dem Gefängnis zu entlassen, sofern er Urfehde schwört, Bürgen für sein künftiges Wohlverhalten stellt, Abbitte für die Ehrenbeleidigungen leistet und der Gemeinde die Gerichtskosten in der Höhe von 32 Pfund Pfennig ersetzt.

” Blick zurück ” – vor 103 Jahren

Auszug aus dem Gemeinderats-Protokoll vom 21. April 1921:

Eine Anzahl an jungen Sportmännern tritt an die Gemeinde um Überlassung eines Platzes als Freiluftspielplatz. Hiezu wird ein Stück Gemeindegrund in der Nähe des Haindorfer Wehres in Aussicht genommen. Die Herrichtung als Spielplatz im Ausmaße von ungefähr 100 x 70 wird von der Sportvereinigung selbst besorgt. G.R. Leo Höfinger erstattet hierüber näheren Bericht, worauf über seinen Antrag beschlossen wird, dem hiesigen Turnverein unter eigener Verantwortung den gewünschten Platz zum Zwecke der Schaffung eines Freiluftspielplatzes zu überlassen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Am 28. Februar 2024 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtgemeinde Langenlois über Einladung von Mag. Dorli Demal zu Besuch im Stadtarchiv.

Der Blick “hinter die Kulissen” – in die Regale und Bestände des Archivs – bot einen Eindruck über die Arbeit im Archiv und zeigte auf, welche Bedeutung es für die Stadtgemeinde Langenlois hat.

Einen ausführlichen Bericht mit Fotos finden Sie auf der Homepage der Stadtgemeinde Langenlois.

Update und Redesign

Seit November 2015 ist die Homepage des Stadtarchivs online. In diesen vergangenen 8 Jahren haben mehr als 55.000 Besucher unsere Seiten durchgeblättert. Somit haben im langjährigen Schnitt täglich an die 20 Personen nach Informationen zur Geschichte von Langenlois gesucht.

Für den Jänner 2024 zeigt die Statistik folgenden Besucherverlauf:

Aus sicherheitstechnischen Gründen musste nun ein umfangreiches Update eingespielt werden. In Zusammenhang damit wurde auch das grafische Design der einzelnen Webseiten leicht verändert bzw. modernisiert. Diese Arbeiten wurden von der Softwarefirma Gugler, Melk, im Einvernehmen mit Erwin Hörmann vom Stadtarchiv durchgeführt.

Probieren Sie es aus! Lesen Sie zum Beispiel die Beiträge über einige wichtige Gebäude von Langenlois. Haben Sie gewusst, dass es 89 denkmalgeschützte Bauwerke in der Großgemeinde gibt?

13. Niederösterreichischer Archivtag zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit in Archiven“

Landesrat Ludwig Schleritzko überreichte Medaille für Verdienste um das Archivwesen in Niederösterreich und bedankte sich bei allen Archivarinnen und Archivaren des Landes

Das Niederösterreichische Landesarchiv lud am Freitag den 10. November 2023 zum bereits 13. Niederösterreichischen Archivtag mit dem Themaschwerpunkt „Öffentlichkeitsarbeit in den Archiven“. Über 140 Interessierte aus ganz Niederösterreich folgten der Einladung.

Dabei sprach Michael Kitzmantel vom Stadtarchiv Wels über „Öffentliche und politische Wahrnehmung des Stadtarchivs Wels“, Elisabeth Moll vom Stadtarchiv Zwettl über „Von der Notwendigkeit, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen“. Daniel Haberler-Maier referierte über „Keine Zeit, kein Geld? Strategien der Öffentlichkeitsarbeit in Ein-Personen-Archiven“ und Dorothea Demal vom Stadtarchiv Langenlois über „Das Stadtarchiv Langenlois – Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit“.

Ein besonderes Highlight war die Überreichung der Medaille für Verdienste um das Archivwesen in Niederösterreich an Mag. Dorothea Demal vom Stadtarchiv Langenlois, die der für Archive und Bibliotheken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko vornahm: „Die Archive sind das Gedächtnis unserer Gemeinden und unseres Landes. Aber was hilft das beste Gedächtnis, wenn es nicht verantwortungsvolle Menschen gibt, die sich auch darum kümmern. Somit ist die jährliche Verleihung und Danksagung für mich ein wesentlicher Bestandteil des Niederösterreichischen Archivtages.“ 

Landesrat Ludwig Schleritzko, Mag. Dorothea Demal

 

„Das Thema des diesjährigen Archivtags ist nicht zufällig gewählt worden. Die hervorragende Arbeit unserer Archivarinnen und Archivare wird zum Teil nicht gebührend wahrgenommen. Wie auch in anderen Bereichen, sollte Öffentlichkeitsarbeit ein fixer Bestandteil unserer täglichen Arbeit werden“, ergänzt Roman Zehetmayer, Direktor des Niederösterreichischen Landesarchivs. 

Als erste Gratulanten reihten sich Archivdirektor Roman Zehetmayer sowie Langenlois- Kulturstadträtin Sonja Fragner und Bezirkshauptmann Günter Stöger ein.

Bezirkshauptmann Krems Mag. Günter Stöger, Archivdirektor Dr. Roman Zehetmayer,
Mag. Dorothea Demal, Kulturstadträtin Mag. Sonja Fragner, Landesrat Ludwig Schleritzko

Presseaussendung NÖ Landesarchiv, © NLK Burchhart

Gruppenbild zusätzlich mit Mutter und Tochter von Mag. Demal,
sowie Mag. Ennser und Ing. Hörmann als Mitarbeiter im Langenloiser Stadtarchiv

© NÖ Landesarchiv Kunerth

 

Spurensuche in Zöbing

Drei Herren aus Zöbing sind seit einiger Zeit auf Spurensuche nach den ältesten Hinweisen zur Gründung der Feuerwehr Zöbing vor etwa 150 Jahren. Am 7.11. begaben sie sich zum wiederholten Male ins Stadtarchiv. Erwin Hörmann vom Archivteam hob alte Protokolle und Akten aus und half bei der Entzifferung von so mancher in Kurrent geschriebenen Textstelle.

Einen diesbezüglichen Volltreffer gab es leider bis jetzt noch nicht. Aber es wurden etliche andere interessante Dokumente und Pläne wieder einmal ans Tageslicht geholt und für eine eventuelle Weiterverwendung eingescannt und gespeichert.

„NS – Zwangsarbeit in Langenlois“ – eine vergessene Geschichte!

Am 6.11.2023 fand im Arkadensaal eine Veranstaltung mit dem Titel „Spurensuche NS – Zwangsarbeit in Langenlois“ statt, 170 äußerst interessierte Gäste konnten begrüßt werden.

Ass.-Prof. Dr. Edith Blaschitz und Karin Böhm von der Universität für Weiterbildung Krems stellten die bisherigen Forschungsergebnisse des Projekts „NS – „Volksgemeinschaft“ und Lager im Zentralraum Niederösterreich“ vor. Dorli Demal sichtete im Sommer die zum Thema „Kriegsgefangene und Zivilarbeiter in Langenlois“ vorhandenen Unterlagen im Archiv und in der Topothek, wertete sie aus und präsentierte nun die Ergebnisse ihrer Recherchen.

 „Langenlois ist dadurch einer der am besten recherchierten Orte geworden“ – so Dr. Blaschitz.

Wir sind immer noch auf der Suche nach Dokumenten, Objekten, Erinnerungen, Fotos aus dieser Zeit. Wenn Sie etwas beitragen können oder möchten, melden Sie sich bitte bei Dorli Demal unter 0664/14 15 409 oder dorli.dema@aon.at.

Dorli Demal hat aus einigen Fotos ihrer Präsentation ein Video gemacht, bitte auf Topothek Langenlois  oder auf den direkten Link zu dem Film: NS-Zwangsarbeit klicken.